Elaphe 1997 (3): 078-080

Salamandra salamandra bernadezi - Lebensraum in Oviedo, Spanien

JOCHEN KOPETSCH

Im Oktober 1996 reisten mein Sohn und ich im Pkw nach Oviedo im Nordwesten Spaniens (Asturien), um uns dort die Population von Salamandra salamandra bernadezi aus nächster Nähe anzusehen und deren Situation zu beurteilen.

Abb. 8. Salamandra s. bernadezi. Abb. 2. Salamandra s. bernadezi.

Abb. 3. Salamandra s. bernadeü mit Farbanomalie. Abb. 4 (oben) und 5 (unten). Salamandra s. bernadezi.
Abb. l. Blick auf die Stadt Oviedo. Bahndamm der Schmalspur-Eisenbahnlinie in Oviedo
Abb. 6 (links ) und 7 (rechts). Fundstellen der Salamander mit Farbanomalien.
Abb. 10. Blick auf die terra typica in Oviedo .Abb. 11. Wassergraben an der terra typica.
Abb. 12 (oben) und 13 (unten). Salamandra s. bernadezi.

 

Mittags gegen 14.00 Uhr erreichten wir am 12. Oktober Oviedo. Von E. GÜNTHER erhielten wir vorab eine Kartenkopie vom Stadtkern von Oviedo, wo wir im Vorfeld einige Anhaltspunkte nach seinen Angaben eingezeichnet hatten.
Das Wetter spielte optimal mit. Bis zum späten Nachmittag hatten wir Sonnenschein mit Temperaturen in der Sonne um 20 bis 22 °C, und zum Abend hin fing es an, leicht zu nieseln - ein ideales Wetter, um nach Salamandra zu suchen. Die Luftfeuchtigkeit betrug etwa 87 %. In einer Baulücke in der Calle de la Lilla, sie liegt rund 200 m von der Schmalspur-Eisenbahnlinie entfernt, hatten wir das große Glück, erst ein rotbraun gefärbtes adultes Salamandra-salamandra-bernadez.i-'Weibchen und dann auch noch ein semiadultes Albino-Männchen zu finden. Hier hatte E. GÜNTHER seine roten Tiere gefunden. Ein erfolgreicher erster Tag.
Am darauffolgenden Tag untersuchten wir natürlich noch einmal diese Baulücke, in der Hoffnung, noch weitere Tiere zu finden. Aber außer den schwarz-gelben, durchgehend längsgestreiften Tieren, fanden wir keine anderen mehr mit Farbanomalien. Um an anderen Stellen in dieser Umgebung zu suchen, bedarf es einer späteren Reise.
Am dritten Tag wollten wir dem Bahndamm der Terra typica, er liegt 230 m NN, der zuerst beschriebenen Fundstelle von Salamandra salamandra bernadezi, einen Besuch abstatten und hier nach dem Salamander suchen, dies mußten wir aber verschieben. Denn als wir an diesem Tag noch ein paar Fotos von der zuvor beschriebenen Baulücke machen wollten, befand sich auf dem Grundstück bereits schon ein Abbruchfahrzeug und hatte die Ruine, die auf dem Gelände stand, zur Hälfte abgerissen, und auch die benachbarte Fläche wurde plattgeschoben. Die Sträucher und Büsche waren alle weg.
Da verschoben wir natürlich die Suche nach den Salamandern am Bahndamm der Terra typica um einen Tag. Wir wollten noch einmal sichten, was an dieser Baulücke noch zu retten war. Insgesamt konnten wir 37 Tiere aus den Trümmern retten und vor dem sicheren Tod bewahren. Bei dieser Suche fand mein Sohn auch noch ein ziemlich schwarzes, sehr schönes, nur mit dünnen gelben Streifen besetztes adultes Weibchen.
Die gefundenen Tiere wurden an einer nicht gefährdeten Stelle am Bahndamm der Schmalspur-Eisenbahnlinie etwas außerhalb der Stadt, wo zur Zeit keine Gefährdung besteht, der Freiheit überlassen. Die Salamander, die wir am Bahndamm der terra typica gefunden haben, sind hier durch unterbrochene Dorsalstreifen gekennzeichnet. Die terra typica ist noch immer so erhalten, wie man es auf älteren Fotos von THIESMEIER u.a. (1990) gesehen hat. Der Wassergraben ist immer noch vorhanden und wird jetzt unter der Bahn und der neuen Schnellstraße durch ein Betonrohr abgeleitet. Leider wird im Wassergraben viel Schutt abgeladen, so daß er immer verunreinigt ist. Die Vegetation im Umfeld hat ihr Bild zwar stetig gewechselt, aber der Bahndamm selbst ist immer noch mit dichtem Gestrüpp bewachsen, wo sich die Tiere am Tag zurückziehen können.
Auch hier konnten wir noch eine große Stückzahl an Tieren beobachten. Sie saßen unter den dicken Bahnschwellen zwischen den Schottersteinen neben dem Trampelpfad und in der Böschung. An den nächsten Tagen erkundeten wir das weitere Umfeld und konnten überall noch Tiere finden. Die Population in Oviedo ist noch nicht am Erlöschen, wohl aber werden die Tiere in der Innenstadt immer mehr durch die Bauvorhaben aus ihrem Lebensraum verdrängt.


Literatur
GÜNTHER, E. (1996): Lokalpopulationen von Salamandra s.fastuosa {bernadez.i) in Oviedo. - elaphe (4)2: 73-74.
THIESMEIER, B. & K. HAKER (1990): Salamandra salamandra bernadez.i WOLTERSDORFF, 1928 aus Oviedo, Spanien, nebst Bemerkungen zur Viviparie in der Gattung Salamandra. -Salamandra 26(2/3): 140-154.
Autor
JOCHEN KOPETSCH
Wiesenbachstr. 16 - 49080 Osnabrück


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