Serge Bogaerts & David Donaire Barrosso, Nijmegen

Beobachtungen an Salamandra algira ( Bedriaga, 1883 )
Aus Ceuta und Chefchaouen ( Marokko )

Feuersalamander aus Nordafrika wurden erstmals von BEDRIAGA 1883 aus Böne (Annaba, Algerien) erwähnt. Die wichtigsten äußeren morphologischen Merkmale hinsichtlich Salamandra salamandra sind seine schlankere Gestalt, der längere Schwanz und die langen Extremitäten mit den flachen und abgerundeten Phalangen. Abstammung und Taxonomie der nordafrikanischen Feuersalamander innerhalb der Gattung Salamandra waren und sind umstritten und bedürfen einer dringenden Revision. EISELT (1958) vermutete eine engere Beziehung zu iberischen Formen von Salamandra salamandra. Als hervorzuhebende Parallele sah er die von DOMERGUE (1901) erwähnte Rotfärbung von nordafrikanischen Feuersalamander-Populationen. Diese Hypothese lässt sich allerdings nicht länger halten, da die nächstverbreiteten Feuersalamander in Südspanien ( S. s. longirostris ) keinerlei Verwandtschaft in genetischer wie morphologischer Hinsicht erkennen lassen. Auch BONS (1967) stellte Überlegungen zur Abstammung nordafrikanischer Feuersalamander an und stellte die Hypothese einer eigenen Art auf. Auf genetischer Ebene zeigte GASSER (1978) als erster, dass nordafrikanische Salamander so klar abzugrenzen sind, dass der Artstatus (Salamandra algira) gerechtfertigt erschien. Diese Sichtweise wurde auch in späteren molekulargenetischen Studien (OLIVIERI 1991, JOGER & STEINFARTZ 1994 und VEITH 1994) bestätigt. Die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Art sind zur Zeit noch ungeklärt.
Bisher wurden Populationen von Salamandra algira im Rifgebirge und dem Mittleren Atlas in Marokko sowie in algerischen Küstengebirgen nachgewiesen. Das Vorkommen von Feuersalamandern in Tunesien konnte in jüngster Zeit nicht mehr bestätigt werden. Die Habitate, in denen Salamandra algira gefunden werden konnte, sind vornehmlich Gebirgswälder in Verbindung mit Höhlen oder Grotten. Neueste Funde belegen jedoch auch ein Vorkommen in völlig waldfreiem Gelände. Das bisher höchste dokumentierte Vorkommen ist zugleich der südlichste Fundpunkt der Art in Marokko und liegt bei 2010 m. Das Vorkommen von Salamandra algira bei Ceuta wurde von MARTINEZ et al. (1997) publiziert. Wir verglichen die Population aus Ceuta mit der südlich
der südlg gelegeneren Population aus dem Rifgebirge bei Chefchaouen. Wir vermuten, dass es sich bei den bei den Populationen um zwei verschiedene Unterarten von Salamandra algira handeln könnte.
Die Hauptaktivität nordafrikanischer Feuersalamander beginnt mit den ersten Regenfällen im November und hat ihren Höhepunkt in den Wintermonaten, die vergleichsweise kühl und niederschlagsreich für diese Region sind. Tiere aus Chefchaouen setzten in unseren Terrarien Larven ab (24, davon 2 Totgeburten und ein unbefruchtetes Ei bei DAVID, 11 und zwei unbefruchtete Eier bei SERGE). Die Aufzucht der Larven war problemlos. Innerhalb der Ceuta Population konnten bisher keine Larven nachgewiesen werden. Im Areal der Population fehlen auch jegliche Oberflächengewässer, in denen sich Larven entwickeln könnten. Es scheint, dass die Ceuta-Salamander vollmolchgebärend sind. Dies konnte durch die protokollierte Beobachtung der Geburt vier vollmetamorphosierter Jungsalamander bestätigt werden.

Die markantesten Unterschiede zwischen Salamandra algira aus Chefchaouen und Individuen aus Ceuta sind:

Äußere Morphologie:

Tiere aus Chefchaouen sind wesentlich größer als Tiere aus Ceuta.
Tiere aus Ceuta haben wesentlich kurzere Schwänze als Tiere aus Chefchaouen (auch im Vergleich zu algerischen Tieren).

Färbung:

Tiere aus Ceuta haben eine grau-braune Grundfärbung mit blassgelben Flecken (bei Jungtieren ähnelt die Färbung aber mehr den Tieren aus
Chefchaouen).
Tiere aus Ceuta haben keine Rotanteile in ihrer Färbung.

Ökologie:

Tiere aus Chefchaouen leben in gebirgigen Habitaten mit Fließgewässern, Tiere aus Ceuta auf Meereshöhe ohne Oberflächengewässer.
Tiere aus Chefchaouen sind larvengebärend, Tiere aus Ceuta bringen voll metamorphosierte Jungtiere zur Welt. .J
Tiere aus Chefchaouen leben in Gegenden mit rund 800 mm Niederschlag im Jahr, die Gegend um Ceuta erhält hingegen nur rund 574 mm jährlich.

Bilder liegen im Original vor, jedoch möchte der Autor keine Veröffentlichung der Bilder an dieser Stelle.

(0ben) S.algira, Weibchen von der Form aus der Gegend von Ceuta

(unten) S.algira, Weibchen von der Form aus der Gegend von Chefchaouen.

Bilder liegen im Original vor, jedoch möchte der Autor keine Veröffentlichung der Bilder an dieser Stelle.

Quelle : elaphe 7 ( 1999 ) Heft 2

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