Zwischen 1993 und 1995 besuchte ich mit meinem Sohn viermal Oviedo für jeweils acht bis zehn Tage. Dabei machten wir folgende Beobachtungen:
Verbreitung
Wir konnten an etwa 35 bis 40 zum Teil voneinander isolierten Stellen Salamander
finden. Obwohl wir sehr gründlich ganz Oviedo nach geeigneten Biotopen
absuchten, scheinen sich Populationen nur im maximalen Abstand von 650 m von
der Schmalspur - Eisenbahnlinie zu befinden. Die individuenreichsten Vorkommen
liegen entweder direkt am Bahndamm oder höchstens 100 m von der Schmalspurbahn
entfernt. Am Bahndamm der Breitspurbahn fanden wir nur ganz vereinzelt Salamander
- diese Vorkommen lagen auch nur höchstens 100 m von der Schmalspurbahn
entfernt. Der Bahndamm der Schmalspurbahn enthält durch die lockere Bauweise,
lose größere Steine und Abfall ein weitverzweigtes unterirdisches
Verstecksystem, während der Bahndamm der Breitspurbahn sehr viel kompakter
gebaut ist. Besonders individuenreiche Vorkommen fanden sich dort, wo Trümmerreste
verfallener alter Häuser stark von Pflanzen überwuchert sind; ganz
besonders am Rande des mittelalterlichen Stadtzentrums.
Stadtpläne des 13. Jahrhunderts, von 1777 und des 19. Jahrhunderts bestätigen
zum Teil die frühere Bebauung jetzt freier Parzellen. In einem Extremfall
konnten wir auf einer Fläche von ca. 280 qm innerhalb von zwei Stunden
160 Salamander finden, und dies bei sehr warmem, trockenen Wetter. Unter schweren
Steinen waren sicherlich noch sehr viel mehr Tiere.
In der Umgebung von Oviedo konnten wir keine Tiere finden, auch nicht in der
weiteren Umgebung, wie in Mieres, ErcinaSee (Covadonga), Puerto del Palo. Literaturangaben
und Einheimische berichten aber von Salamanderpopulationen an diesen Orten.
Bedrohung
Praktisch alle Stellen scheinen durch Baumaßnahmen bedroht zu sein.
Seit 1993 sind einige Stellen bereits unbewohnbar für Salamander geworden.
Bei Gesprächen mit dem Umweltamt, dem Planungsamt und der zoologischen
Abteilung der Universität wurden wir zwar sehr höflich behandelt,
aber das Interesse der Behörden an der Erhaltung einiger weniger Populationen
scheint gering zu sein. Konkrete Baumaßnahmen stehen unter anderem an
der Terra typica bevor.
Besonderheiten
An einigen Stellen treten Farbvarianten, die sonst in Oviedo selten sind,
gehäuft auf (feine schwarze Querstreifung bei überwiegend gelben Tieren,
Sprenkelung, sehr hellgraue Bäuche usw.).
Quelle: elaphe 4 (1996)
Heft 2
Günther, E., Leer