Salamandra salamandra (Linne 1758) Feuersalamander

(Familie: Salamandridae, Molche und Salamander)

HEIMAT: Europa, NW-Afrika, W-Asien, insgesamt 11 Unterarten; der Gebänderte Feuersalamander Salamandra salamandra terrestris Lacepede 1788 im westlichen Mitteleuropa bis Harz und Thüringer Wald, seltener auch weiter östlich, mit Intergradationszone zur gefleckten Nominatform.

MERKMALE: Je nach Unterart und Heimat 18-28 cm. Unverkennbar durch Warnfärbung: schwefelgelbe bis orangerote Flecke auf lackschwarzem Grund. unregelmäßig verteilt bei der Nominatform, zu 2 unterbrochenen Längsbändern zusammenfließend bei S. s. terrestris. der nur 22 cm erreicht. Plump, breitköpfig, große Ohrdrüsenwülste, jede Rumpfseite mit Längsreihe großer, durch Querfurchen getrennter Warzen. Kurzer, im Querschnitt rund ovaler Schwanz. Männchen schlanker, mit stärker vortretender Kloakenwölbung.

LEBENSWEISE: Bevorzugt in schattigen, nicht zu trockenen, schluchtenreichen Wäldern des Hügel und Berglandes in Wassernähe, bis 1800 m. Nachtaktiv, nach Regen auch tags erscheinend. Paarungszeremoniell (Huckepacktragen des Weibchens durch das Männchen) an Land oder (selten) im flachen Wasser. Das Weibchen nimmt die vom Männchen abgesetzte Spermatophore mit der Kloake auf und setzt im Sommer 15-25 (selten bis 75) weit ausgebildete, bis 3 cm lange Kiemenlarven mit voll entwickelten Beinen (gelber Fleck an jedem Extremitätenansatz !) ins Wasser ab; selten auch Ablage schlupfreifer Eier. Metamorphose nach 2-3 Monaten mit 6 cm, Geschlechtsreife mit 4 Jahren. Atzendes, schleimhautreizendes Hautsekret.

HALTUNG: Ungeheiztes halbfeuchtes (nicht nasses) Terrarium, gut ventiliert, mit Lauberde-Torfboden und Moosplatten und Verstecken aus Steinplatten und losen Rindenstücken. Efeu- oder Farnbepflanzung, zur Zucht Wasserbecken ( 5-8 cm Wasserstand. mit Ausstiegsmöglichkeit). Temperatur 12-22, optimal 15-18 °C. Larven bei Aufzucht nicht pferchen (Kannibalismus!). Überwinterung in frostfreiem dunklem Keller. Haltungsdauern von 20 Jahren häufig. Rekord: 56 Jahre (!)

FÜTTERUNG: Regenwürmer, Nacktschnecken, Asseln, Engerlinge u. a. Raupen, Tausendfüßer, Heimchen, Larven, Enchyträen, Tubifex, Daphnien. Feuersalamander fressen bevorzugt nachts !

ALLGEMEINES: Zur Haltung und Zucht vgl. (Auswahl) AT 1954, S. 79-80; 1961, S. 303-305, 340 bis 342; 1964, S. 82-85; 1967, S. 368-369; 1969, S. 66, 172-173. - In vielen Arealteilen selten geworden. Die ,Anordnung zum Schutze von wildwachsenden Pflanzen und nicht jagdbaren wildlebenden Tieren vom 6. Juli 1970 zur Ersten DV zum Landeskulturgesetz der DDR verbietet den Fang von Feuersalamandern auch (im Gegensatz zu Kröten und Triturus-Arten) in einzelnen Exemplaren für die eigene Haltung. Besitzer von Feuersalamandern sollten im Rahmen der ZAG Erhaltungszucht treiben; Wiederaussetzungen nur in Abstimmung mit den Naturschutzbeauftragten.

Quelle:
Text: Dr. Petzold (t)

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