In Ausgabe drei dieser Zeitschrift
berichtete ich über einheimische Molcharten, die zur Paarungszeit das Wasser
aufsuchen. Daneben gibt es in unserer Heimat noch zwei weitere Mitglieder aus
der Familie der Schwanzlurche, die aber ständig an Land leben. Es sind
dies der Feuersalamander (Salamandra salamandra) und der Alpensalamander (Salamandra
utra). Beide können in Terrarien gepflegt werden.
Eine passende Behausung lässt sich mit wenig Mühe einrichten. So ist
zum Beispiel ein größeres Aquarium durchaus geeignet, wenn man zur
besseren Luftzirkulation eine Seitenscheibe teilweise durch ein feinmaschiges
Drahtgitter ersetzt. Ein Teil der Abdeckung wird ebenfalls aus solchem Material
hergestellt. Mit dem Auflegen einer Glasscheibe auf das obere Drahtgitter kann
die Luftfeuchtigkeit in diesem Terrarium stets 'so geregelt werden, dass sie
den Anforderungen der Tiere gerecht wird.
Entsprechend den Lebensgewohnheiten der Tiere verwandelt man das Terrarium in
ein Stück feuchten Waldboden. Die Grundlage bildet eine wasserdurchlässige
Schicht aus Tonscherben, grobem Kies und ähnlichem, zweckentsprechendem
Material. Darauf bringt man eine Mischung aus Torfmull und Lauberde. Wurzelwerk,
umrahmt von Walderdbeeren, dem ausdauernden Efeu und kleinen Farnen, stellt
die Waldatmosphäre her.
Unter den Moospolstern und Rindenplatten, mit denen der Boden belegt wird, können
die Tiere ihre Versteckplätze anlegen. Eine ganz flache Tonschale (großer
Blumentopfuntersatz) dient als Wasserbehälter. In diese Schale legen wir
zudem noch einige Steine. Der Schalenrand verschwindet unter den Moospolstern,
damit er die Illusion der Waldbodenlandschaft nicht stört. Keinesfalls
sollte etwa eine Glasschale den Tonbehälter ersetzen. Die Tonschale hat
nämlich den Vorteil, stets ein wenig Wasser durchzulassen. So entsteht
unter dieser Schale ein feuchteres Plätzchen, das von den Tieren hin und
wieder gern aufgesucht wird.
Das fertig eingerichtete Terrarium muss feucht und kühl gehalten werden.
Feucht ist aber keineswegs mit nass zu verwechseln. Es genügt, wenn die
Erde in feuchtkrümeligem Zustand bleibt. Sie darf weder austrocknen noch
nass und schlammig sein. Wenn täglich mit dem Zerstäuber gesprüht
wird, hat man bald die richtige Wassermenge herausgefunden.
Wer einmal einige Tage verreisen will, der muss sich deswegen nicht den Kopf
zerbrechen. Vor der Abreise wird die Tonschale einfach bis zum Rand mit Wasser
gefüllt. Die Tiere kriechen hindurch und schleppen dabei immer ein wenig
Wasser heraus. Schließlich bleibt der feuchte Platz unter der Tonschale
auch dann noch, wenn das übrige Terrarium schon ein wenig trockener ist.
Gelegentlich geht es also auch einmal so.
Die Fütterung ist nicht ganz so einfach. Hartschalige Insekten kann man
den Tieren nicht anbieten. Auch die als Futtertiere so beliebten Mehlwürmer
scheiden bei diesen zarten Pfleglingen aus. Dagegen können Larven, Raupen,
Schnecken, Regenwürmer oder Wurmstücke, Asseln und kleine Wolfsspinnen
unbedenklich gereicht werden. Tubifex oder rote Mückenlarven, die man auf
einem angefeuchteten Stein auslegt, werden von den Tieren ebenfalls genommen,
wenn sie diese Art der Fütterung erst einmal kennen gelernt haben.
Als Winterfutter und auch als Zukost lassen sich die verschiedensten Futtertiere
selber heranziehen. Enchyträen sind zum Beispiel ein sehr gutes Futter.
Daneben werden die Mehl- und Wachsmotten, vor allen Dingen deren Larven, gern
gefressen. Ein kleiner Vorrat an Regenwürmern, der in einer Kiste mit feuchter
Erde im Keller untergebracht ist, kann den Speisezettel ergänzen. Zur Not
nehmen die Tiere auch einmal in feine Streifen geschnittenes Fleisch oder Leberstückchen
an, wenn man dieses Futter vor ihnen mit der Pinzette ein wenig in Bewegung
bringt.
Wer über keine Erfahrungen
auf diesem Gebiet verfügt, der sollte die Tiere nicht kalt überwintern.
Obwohl alle Molche und Salamander unserer Heimat in den Wintermonaten eine Ruheperiode
durchmachen, schadet es ihnen weniger, wenn sie bei sachgemäßer Pflege
warm überwintern, als eine wenig beaufsichtigte, kühle Überwinterung.
Leicht könnten die Tiere dann für immer einschlafen.
***
Sehen wir uns die beiden Arten nun einmal genauer an. Der Feuersalamander ist
wohl der bekanntere. Als Warenzeichen einer Schuhfabrik hat ihn gewiss schon
jeder gesehen. Wer das lebende Tier in der freien Natur beobachten will, dem
darf es nichts ausmachen, während oder kurz nach einem Regenguss die Orte
aufzusuchen, an denen Salamander leben. An manchen Stellen kann man sie dann
in großer Anzahl über Moospolster und Wege kriechen sehen. Die Geschlechter
sind schwer zu unterscheiden. Da eine Zucht im Terrarium nur unter allerbesten
Pflegebedingungen gelingt, muss man darauf auch nicht sonderlich achten. Zwei
bis drei gleichgroße Tiere können für das Terrarium ausgewählt
und mitgenommen werden. Mehr sollten es nicht sein. Da unsere einheimischen
Schwanzlurche zum Teil den Schutz des Gesetzes genießen, möchte ich
darauf aufmerksam machen, dass nur der Fang für den Eigenbedarf bei berechtigtem
Interesse gestattet ist ***. Nicht erlaubt ist dagegen der Handel mit den Tieren.
Feuersalamander, Laubfrösche und ähnliche Tiere, die der Zoohandel
regelmäßig anbietet, stammen aus anderen europäischen Ländern.
Beim Feuersalamander gibt es neben der bekannten, gelb und schwarz gefleckten
oder gestreiften Form, auch einmal völlig schwarz oder ganz und gar gelb
gefärbte Tiere. Wir finden sie allerdings selten. In Südeuropa kann
man Feuersalamander antreffen, bei denen die gelbe Farbe teilweise von einer
orange bis roten Färbung ersetzt ist.
Der kohlschwarze Alpensalamander
ist ein heikler Pflegling im Terrarium. Wer sein Glück mit ihm versuchen
will, der sollte schon über einige Erfahrungen in der Pflege von Amphibien
verfügen. Er ist etwas zierlicher als der Feuersalamander.
Wärme behagt beiden Arten nicht. Es ist empfehlenswert, das Terrarium samt
Insassen an heißen Sommertagen im Keller oder an einem ähnlichen
kühlen Ort unterzubringen.
Während die Feuersalamanderweibchen ihre kiementragenden Larven in das
Wasser absetzen, ohne dieses Element selber aufzusuchen, wie die Molche, ist
der Alpensalamander vom Wasser völlig unabhängig geworden. Die Weibchen
bringen ihre Jungen (zumeist zwei) als fertig entwickelte Salamander zur Welt.
Wem es gelingt, die ausgewachsenen Tiere so zu pflegen, dass sie im Terrarium
züchten, der wird es auch schaffen, die kleinen, empfindlichen Salamander
aufzuziehen. Meinen eigenen Zuchtversuchen mit Alpensalamandern war kein Glück
beschieden, dagegen gelang mir die Aufzucht der Feuersalamander schon häufiger.
Quelle : Karl - Heinz Stein
***Anmerkung Michael Schantz : für die Zucht ist eine Überwinterung unabdingbar und birgt auch keine großen Risiken wenn grundlegende Richtlinien beachtet werden. Außerdem ist das entnehmen der Tiere aus der Natur verboten.