Mitteilung über eine destruierende Erkrankung bei juvenilen Feuersalamandern

R.P. Gassel, M. Gassel, I. Marzoll

Im Jahre 1985 konnten wir Feuersalamander ( Nominatform ) nachziehen, deren Eltern aus den sowjetischen Karpaten stammen. Bei dem männlichen Elterntier fällt ein sehr kurzer, nur ein Drittel der Gesamtkörperlänge ausmachender, sowie sehr stumpf endender Schwanz ( Verletzungsfolge oder Fehlbildung ? ) auf. Es wurden insgesamt 29 Larven und 6 Eier im Wasser abgesetzt. 2 Larven wurden tot geboren, die übrigen waren normal und entwickelten sich entsprechend. Kurz vor der Metamorphose starben jedoch nochmals 5 Tiere. 22 Jungsalamander, ohne körperliche Mängel oder Abnormitäten, konnten in ein Landterrarium übernommen werden. 12 Wochen nach der letzten Umwandlung hörten 2 Salamander zu fressen auf. Innerhalb kürzester Zeit kam es zu einer extremen Straffung der Haut, die bei einem Tier nach einer Häutung noch zunahm, gleichzeitig trat eine Akroatrophie ( Einschmelzung der Schnauzenspitze, Finger- und Fußendglieder ) auf, und es kam zu fortschreitenden Destruktionen ( Zerstörungen ) des Skeletts mit starker Verbiegung der Wirbelsäule. Die Atmung fiel den Tieren zunehmend schwerer, die Bewegungshemmung verstärkte sich. Die Vorderextremitäten waren derbe und plumpe mit straffer Haut überspannte " Häufchen ". Der Tod der Tiere war nicht abzuwenden und trat nach 3 bzw. 3 1/2 Wochen ein. Weitere 3 Wochen danach erkrankten nochmals 2 Salamander an den gleichen Symptomen und starben. Alle übrigen Exemplare haben sich völlig normal weiterentwickelt und leben. Zum Nachweis erfolgte bei den Tieren eine Durchleuchtung und anschließende Aufbewahrung in Formalin. Wir halten diese Mitteilung über eine der Sklerodermie ( Hautverhärtung ) ähnlicher Erkrankung bei juvenilen Feuersalamandern für erforderlich und diskussionswürdig.

Autoren : Dr. Rolf - Peter Gassel, Dr. Margitta Gassel, Saalweg 14, Loobeda, 6902 ; Doz. Dr. sc. Ingeborg Marzoll

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