Systematische Untersuchungen zur Phylogenie der Salamandridae
Es wurden Ergebnisse aus drei laufenden Untersuchungen zur Phylogenie der " Echten " Salamander innerhalb der Familie der Salamandridae vorgestellt.
(1) Allozymuntersuchungen
an östlichen Populationen des Feuersalamanders ( Salamandra salamandra
salamandra ) zeigen, dass vermutlich zwei glaziale Refugialräume
existierten.
Aus dem griechischen Raum wanderten Feuersalamander der Unterart S.s.werneri
nord - und westwärts, aus einem im Bereich des ehemaligen Jugoslawiens
gelegenen Refugialraum wanderten Feuersalamander der Unterart S.s.salamandra
nach Südosten und Nordwesten.
Die letztgenannte Form bildet Hybridzonen mit S.s.werneri in Zentralgriechenland
und Ungarn, und mit S.s.terrestris in Mitteleuropa.
Weder genetische noch morphologische Merkmale rechtfertigen den Unterartstatus
( S.s.beshkovi ) der Populationen im bulgarischen Pirin - Gebirge.
(2) Allozymuntersuchungen
an den türkischen Unterarten des Lykischen Salamanders, Mertensiella luschani
zeigen, dass die gegenwärtig zu beobachtende Differenzierung in acht Unterarten
vermutlich durch eine klimatisch bedingte Abfolge von Isolationsprozessen zu
erklären ist. Es lassen sich zwei Unterartengruppen unterscheiden.
(3) Verschiedene Datensätze
zur genetischen ( Sequenzen der mtDNA - Gene 16S, 12S, Cytochrom b; Allozymdaten
) und morphologischen Differenzierung zeigen eindeutig, dass die Gattung Mertensiella
paraphyletisch ist. Eine gattungsmaßige Eigenstellung von Mertensiella
wird daher vorgeschlagen. Die Frage, ob die beiden Alpensalamanderarten ( Salamandra
atra und lanzai ) monophyletischen Ursprungs sind, konnte nicht eindeutig geklärt
werden. Aufgrund der vorliegenden Daten ist dies jedoch wahrscheinlich. Dies
würde bedeuten, dass sich Matrotrophie und Melanismus bei ihnen konvergent
entwickelt haben.
Quelle : Veith, M., Mainz und Steinfartz, S., Wolfsburg ( Elaphe 4 (1996) Heft 2 )